Geschichte

Geschichte des Vereins.

Im Jahre 1921 als wenige Jahre nach Beendigung des 1. Weltkrieges in näherer und weiterer Umgebung das Kulturleben wieder aufzublühen begann, waren es auch in Geiss-Nidda einige Männer, die neben dem bereits bestehenden Turnverein die Gründung eines Sport, Spiel und körperlicher Ertüchtigung dienenden weiteren Vereins vornahmen. Im damaligen Lokal Dechert gründeten sie den Sportverein 1921 Geiss-Nidda, der sich nun vornehmlich dem Fussballsport widmete. Seinen 75 Geburtstag feierte man im Jahre 1996 ausgiebig!

 

An der Seite des ersten gewählten Vorsitzenden Otto Knöpp stehen die Namen folgender Vereinsgründer: Otto Bartel, Ludwig Dechert, Darl Dallwitz, Heinrich Fischer, August Jost, Rudolf Jung, Karl Knöpp, Robert Knöpp, Otto Kühn, Richard Lohfink, Gustav Scheib, Otto Scheib, Heinrich Scherer, Richard Schmieder, Karl Würz, Alfred Lehmer, Rudolf Lehmer, Karl Scheib, Otto Knöpp, Otto Kaiser, Robert Lind, Willi Keller, Heinrich Kniß, Erich Kühn, Otfried Kaiser und Heinrich Nies. Als Vereinsfarbe wählte man Blau/Weiß, das Vereinslokal war zunächst bei Otto Lind. Als erstes Spielfeld diente eine Wiese auf dem „Hermes“, wo auch die ersten Fussballspiele gegen die Nachbarvereine stattfanden. Nach kurzer Zeit wechselte man dann auf einen Platz bei der Linde an der Niddaüber, bis Gustav Lind für einige Zeit seine Wiese als Sportfeld zur Verfügung stellte. Somit war endlich ein in der Nähe des Dorfes gelegeneer Sportplatz vorhanden. Neben ihm, der sich wegen dieser Bereitwilligkeit große Verdienste erwarb, muß in erster Linie wohl Heinrich Kniß erwähnt werden, der als langjähriger 1. Vorsitzender dem Verein selbstlos diente. Schließlich trat aus dieser Zeit vor dem 2. Weltkrieg noch besonders Otto Kaiser hervor. Er wurde zum Ehrenvorsitzenden unseres Vereins ernannt. Die Leitung des Vereins als Vorsitzender hatte er übernommen in den Jahren 1933-1940. Dann kam eine zwangsweise „Ruhezeit“ für den Verein, denn dies war die Zeit des 2. Weltkrieges.

 

Bereits im Jahre 1924 war auf dem Hahnenköppel ein Spielfeld notdürftig in Selbsthilfe errichtet worden, ein weiterer Ausbau des Platzes erfolgte durch den freiwilligen Arbeitsdienst und die Zufahrtswege wurden chaussiert. Im Jahre 1933 ist im Rahmen eines großen dörflichen Festes der neue Sportplatz eingeweiht worden. Die damalige Festansprache hielt Otto Lenz sen.

Dieser Sportplatz wurde über lange Jahre hin für den Fußballsport genutzt und zwar bis zum Jahre 1978.

 

Der Spielverkehr in den Anfangsjahren und der Vorkriegszeit vollzog sich natürlich in der unteren Klasse. Es wurden zunächst nur Freundschaftsspiele mit Nachbarvereinen ausgetragen. Aber auch mit größeren Gegnern wollte der TSV bald seine Kräfte messen. So spielte er auch in Hungen, Laubach, Schotten, Gedern, Hirzenhain und Friedberg und schnitt selbst gegen diese Mannschaften nicht immer schlecht ab. Seit 1929 trat der TSV dem Fußballverband bei und nahm von da ab regelmäßig an der Verbandsrunde teil. Der Spielbetrieb war um einiges entbehrungsreicher. Auf Schusters Rappen, per Fahrrad und gelegentlich auch mit dem Pferdefuhrwerk besuchte man den Gegner und marschierte nach dem Spiel müde, doch sportbegeistert, wieder zurück. Sportbekleidung mussten sich die Idealisten oft vom Munde absparen, aber es war eine Ehre die Farben des TSV tragen und gut vertreten zu dürfen.

 

Der 2. Weltkrieg brachte, wie überall, auch im Vereinsleben des TSV die große Pause. Doch bereits 1940 lebte der Sportbetrieb wieder auf. Die Jugend der Kriegsgeneration wurde aus den Gefangenenlagern entlassen, zog die Uniform aus und kehrte in ihr Dorf zurück. Bald rollte der Lederball, Mitgliederzahl und Kampfgeist der Aktiven stiegen. Die Heimatvertriebenen und nun in Geiss-Nidda sesshaft gewordenen Sportanhänger, sowie aus den Städten nach hier Evakuierten verstärkten die Reihen des TSV und trugen so zum Wiederaufbau bei. Aus dieser Zeit konnte eine Mannschaft geformt werden, die durch vorbildliche Kameradschaft und Einsatzwillen zu großen sportlichen Leistungen kam. Am Ende der Meisterschaftsrunde 1950/51 wurde der TSV B-Klassenmeister und schaffte damit den Aufstieg in die A-Klasse, was in heutiger Zeit der Bezirksliga entspricht. Auch in dieser Klasse war der TSV ein gefürchteter, fairer und geachteter Gegner. Zahlenmäßig viel größere Orte wie Nidda, Schotten, Gedern, Büdingen und Altenstadt maßen sich damals mit dem kleinen Geiss-Nidda ihre Kräfte und verspürten etwas von dem spielerischen Können und dem kämpferischen Einsatz dieser Fussballer. Leider blieb die Mannschaft durch Spielerabgänge nicht lange beisammen und man musste einen Rückgang der Leistungen bemerken.

 

Einige wenige Idealisten und Förderer des Vereins von damals verdienen es, auch heute noch besonders erwähnt zu werden. Vorbildlich setzte sich vor allem Willi Roos ein, der viele Jahre hindurch als Vorsitzender, voll Idealismus und Umsicht den Verein führte. Ihm zur Seite stehend seien hier nur einige treue Helfer genannt:

 

Heinrich Fischer, Otto Kaiser, Fritz Heller, Otto Lind, Otto Strauch, Reinhard Schmieder und Ludwig Laufer. Dem TSV ist seit 1959 auch eine Tischtennisabteilung angegliedert, die durch regelmäßiges Training bereits große Erfolge einfahren konnte, sei es im Herren-, Damen- oder unserem starken Jugendbereich. Deshalb braucht einem auch in dieser Abteilung mit ihrem jetzigen Abteilungsleiter Bodo Fahrenbruch und seiner Crew nicht bange um die Zukunft zu sein. 


Nochmals zur Abteilung Fußball. Ende der 60-er, Anfang der 70-er Jahre wählte man dann die heutige Vereinsfarbe „Gelb/Schwarz“, spielt fortan mit dem gelben Dress, und ist im Kreis bekannt als die „gelb-schwarzen TSVler“. Im Jahre 1971 feierte man das 50-jährige Vereinsbestehen des TSV. Seit dem Jahre 1972 kann man ein wechselvolles Spiel der Leistungen beobachten. Aber glücklicher Weise war man Ende der 70-er Jahre soweit, und konnte aufgrund der Initiative von Mechthild Lauckhardt, Heinz Barsch und Thomas Künzl eine sehr gute Jugendarbeit aufziehen und aufbauen, so dass bald eine Besserung der Leistungen auch im Seniorenbereich zu verzeichnen war.

 

Zu unserer Namensgebung wäre noch folgendes zu sagen:

Im Jahr 1921 wurde der Sportverein (SV) gegründet. Nach Beendigung des 2. Weltkrieges fanden auch Turnfreunde ihr Zuhause in unserem Verein. Deshalb gab es eine Namensgebung in „Turn- und Sportverein 1921 Geiss-Nidda“ (TSV), die wir bis zum heutigen Tag beibehalten haben, obwohl der Turnverein 1907 Geiss-Nidda im Jahre 1953 wieder den Turnbetrieb in der Turnhalle selbst aufnahm. In der relativ langen Vereinsgeschichte haben insgesamt 12 Vorsitzende das Vereinsschiff gelenkt. Als Mitbegründer in 1921 Otto Knöpp, er wurde abgelöst von Heinrich Kniß. Von 1933 bis 1940 war unser langjähriger Ehrenvorsitzende Otto Kaiser am Ruder. In seiner Zeit wurde der Sportplatz auf den „Hahnenköppel“ eingeweiht, der unserem Verein bis 1978 diente.

Nach dem 2. Weltkrieg übernahm Heinrich Fischer den Vorsitz und zwar in den Jahren 1946 und 1947. Sein Nachfolger ist Willi Roos gewesen, von 1948 bis 1955. In seiner Zeit fiel der Aufstieg der Fußballmannschaft in die A-Klasse Büdingen und die damit verbundene B-Liga Meisterschaft. Er ist ein Mitgarant für diesen Erfolg gewesen. In 1956 übernahm Reinhard Schmieder das Amt des Vorsitzenden. Nachfolger wurde Ludwig Laufer von 1957 bis 1966. In 1966 und 1967 übernahm nochmals Reinhard Schmieder den Vorsitz. Ihm folgte 1968 Hans Allendorf, der dieses Amt bis 1975 begleitete. Nachfolger wurde Karl-Heinz Gottmann in den Jahren 1975 bis 1979. In seiner Zeit war sehr viel Arbeit zu leisten, und zwar die Errichtung des neuen Sportplatzes, der Flutlichtanlage und des Vereinsheimes. Danach kam Wolfgang Schneider, der das Amt des Vorsitzenden von 1980 bis 1993 ausfüllte. Er war ein Garant in Sachen Finanzen und jonglierte bestens mit den Zahlen des TSV, weiterhin fiel in seine Amtszeit der Anbau an unser Sportheim im Jahre 1987. So ist er heute noch als Beisitzer und Finanzfachmann in unserem TSV im Vorstand mit dabei.

 

Seit April 1993 bis heute ist Thomas Künzl der 1. Vorsitzende unseres TSV. Thomas Künzl ist nicht nur der 1. Vorsitzende, sondern der Motor des gesamten Vereins. Er ist ebenso sportlicher Leiter des TSV – Abteilung Fussball. Thomas Künzl ist seit seinem 18. Lebensjahr ununterbrochen Mitglied im Vorstand (u.a. Pressesprecher, Jugendtrainer, stellvertr. Jugendleiter, Rechner, sowie 7 Jahre 2. Vorsitzender unter dem damaligen Vorsitzenden Wolfgang Schneider). Thomas Künzl war auch im Jahre 1996 der Festpräsident beim 75-jährigen Vereinsjubiläum. Er holte u.a. die in Funk- und Fernsehen bekannte Volksmusikgruppe und Grand-Prix-Sieger die „Klostertaler“ nach Geiss-Nidda. Desweiteren ließ er seine guten Verbindungen zu Eintracht Frankfurt spielen und holte so die Altinternationalen Spieler der Eintracht nach Geiss-Nidda. Am 03. Mai 1996 lief unsere 1. Mannschaft, angeführt durch den damaligen noch aktiven Spielführer und 1. Vorsitzenden Thomas Künzl, sowie die Eintracht-Akteure Bernd Hölzenbein, Charly Körbel, Bernd Nickel, Harry Karger und Jürgen Kalb, um nur einige zu nennen, auf das Spielfeld in Geiss-Nidda.

 

Heute ist der Vorstand neu gegliedert.

Es gibt fünf gleichberechtigte Vorsitzende, Abteilungsleiter sowie Beisitzer.

Jeder Vorsitzende hat seinen eigenen Fachbereich. Hinzu kommen noch die Abteilungsleiter und deren Stellvertreter in den Bereichen Jugendfussball und Tischtennis.

 

Zum Schluss möchten wir noch feststellen, dass der TSV 1921 e.V. Geiss-Nidda ein wichtiges Glied im örtlichen Vereinsleben und somit in der dörflichen Gemeinschaft ist. Sei es auf dem sportlichen oder auch kulturellen Gebiet. Den Kindern und Jugendlichen wird von unserem Verein die Ausübung des Fussball- und Tischtennissportes angeboten, dadurch ist es auch ermöglicht der schwierigen Aufgabe nachzukommen, die Jugendlichen auf den Gemeinschaftssinn vorzubereiten, ihnen Werte wie Fairness, Kameradschaft, Toleranz untereinander und spätes Verantwortungsbewusstsein zu vermitteln. Dies alles lässt uns einigermaßen zuversichtlich in die Zukunft für unseren TSV blicken und den Sport in unserem Verein nach vorne zu treiben.

 

Der TSV 1921 e.V. Geiss-Nidda war in der Zeit 2014-2021 in einer Fußballspielgemeinschaft "FSG Geiss-Nidda/Borsdorf/Ober-Widdersheim" mit den Vereinen KTSV Borsdorf/Harb sowie dem FC Viktoria Ober-Widdersheim (Zum Artikel). Diese wurde während der Corona-Pandemie im Frühjahr 2021 beendet, so dass der TSV 1921 e.V. Geiss-Nidda ab Mai 2021 mit der SG Steinberg/Glashütten in eine nene "SG Geiss-Nidda/Steinberg/Glashütten" zusammengeschlossen hat (Zum Artikel).

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